Die Anfänge
Die Anfänge einer Besiedlung reichen
bis ins 17. Jahrhundert zurück. Im 19. Jahrhundert gab es u.a. einen
"Neuen Krug", einige Büdnerstellen sowie eine Bleiche, zu der bald
eine Textilfabrik, Kalköfen, eine Färberei und eine Ausflugsstätte
hinzukamen.
Ausflugsort und Industriestandort
Beiderseits der Spree in Nieder- und Oberschöneweide entstanden
im 19. Jahrhundert zunächst beliebte Ausflugslokale. Man nannte die
Gegend so zu Recht "Schöne Weide".
Bald wurde Schöneweide allerdings zum Industriestandort. Große
Betriebe wie die Schultheiss-Brauerei (später "Bärenquell"),
Hüttenwerke, Kabelwerke, Chemische Fabriken etc. siedelten sich hier
zwischen Spree und der seit 1866/67 bestehenden Berlin-Görlitzer
Eisenbahn an.
Nebeneinander von Wohnen und
Industrie
Ab 1890 entstanden die ersten Miethäuser und einzelne Villen.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg entstand die Wohnbebauung, die z.B. in
der Brückenstraße Niederschöneweide noch heute prägt. Wohnhäuser und
Fabrikanlagen befanden sich in unmittelbarer Nachbarschaft. Die
Belastungen aus der Produktion setzen sich über Jahrzehnte auf
Gebäuden und Freiflächen ab.
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Gemeindebauten
Die seit 1878 selbstständige Landgemeinde Niederschöneweide
ließ in Bahnhofsnähe größere kommunale Einrichtungen bauen. Die erste
Schule entstand ca. 1880 an der Grünauer Straße 1a. Das Amtshaus
(1880) wurde an der Weggabelung von Berlin nach Köpenick und Adlershof
gebaut. Die Feuerwache (1908) liegt an der Grünauer Straße 8, die
zweite Schule (1899) an der Schnellerstraße 31. Zusammen mit dem
Postamt (1930), dem Vergleichsgebäude (1930) und der Kirche (1930)
sind hier viele das Stadtbild prägende Bauten erhalten.
Reformwohnungsbau "Spreesiedlung"
Mit der unmittelbar nach dem Ersten
Weltkrieg einsetzenden Reformbewegung im Mietwohnungsbau entstand die
großzügige Wohnanlage, die Spreesiedlung an der Hainstraße nach Plänen
von Mebes und Emmerich.
Zeit des Nationalsozialismus
Im Zweiten Weltkrieg war Schöneweide Schwerpunkt der
Rüstungsproduktion. Zwangsarbeiterlager und Flakstellungen wurden
angelegt. Die Kriegsschäden konzentrierten sich überwiegend auf die
Industrieanlagen. Als Folge des Krieges wurde auch der Kaisersteg -
eine Fußgängerbrücke über die Spree - zerstört.
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Bauten und Planungen nach 1945
Nach dem Krieg erfolgte eine wesentliche Erweiterung des
Ortsteiles durch die Siedlung in Zeilenbauweise entlang der
Grimaustraße. Um die Spreestraße als Entlastungsstraße für die
Brückenstraße zu nutzen, wurden mehrere Straßendurchbrüche angelegt.
Auf Grund des sechsspurigen Ausbaus der Grünauer
Straße/Schnellerstraße ging der Zusammenhang von Bahnhof und Ortskern
verloren. Die Industriegebiete sollten erweitert und Wohnblöcke
abgerissen werden. Nach der Wende 1989 wurde die industrielle Nutzung
aber komplett abgewickelt, die ökonomische Basis des Ortsteils
entfiel. Zugleich endete aber auch eine wesentliche Umweltbelastung
für die Wohngebiete.
1994 wurde Niederschöneweide Sanierungsgebiet.
Am 1. Januar 2001 wurde
Treptow und Köpenick zum neuen Großbezirk Treptow-Köpenick vereinigt.
Nieder- und Oberschöneweide wurden so verwaltungstechnisch wieder
vereint. |